Feuerbestattung

― Trauerfeier und Beisetzung

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Die Feuerbestattung ist neben der Erdbestattung die häufigste Beisetzungsart in Deutschland. Hierbei wird der verstorbene Mensch in einem Krematorium eingeäschert. Danach erfolgt die Beisetzung der Asche auf einem Friedhof.

Häufigste Beisetzungsart in Deutschland

Die Feuerbestattung ist neben der Erdbestattung die häufigste Beisetzungsart in Deutschland. Hierbei wird der Leichnam in einem Krematorium eingeäschert. Danach erfolgt die Beisetzung der Asche auf einem Friedhof. Alternativ kann die Asche auch auf See oder in einem Bestattungswald beigesetzt werden.

Die Trauerfeier kann vor der Einäscherung stattfinden. In diesem Fall sitzt die Trauergemeinde in der Kirche oder Kapelle am Sarg. Nach der Trauerfeier wird die verstorbene Person von uns in das Krematorium verbracht.

Nach der Einäscherung findet die Urnenbeisetzung auf dem Friedhof statt. Das bedeutet, dass zwischen der Trauerfeier und der Beisetzung in der Regel mehrere Tage liegen. Die Trauerfeier kann auch nach der Einäscherung mit der Urne stattfinden. Bei dieser Möglichkeit wird die Urne in der Regel direkt im Anschluss an die Trauerfeier auf dem Friedhof beigesetzt.

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Die Geschichte der Feuerbestattung

Die Verbrennung von verstorbenen Menschen ist in vielen Kulturen seit langer Zeit üblich. Die ersten nachgewiesenen Urnengräber datieren aus der Bronzezeit.

In Deutschland fand 1874 die erste Feuerbestattung statt. Das Bestattungswesen wurde zunehmend durch hygienische und ökonomische Aspekte geprägt und die Verantwortung ging Stück für Stück immer mehr von den Kirchen auf die Kommunen über.

Es entstanden nach und nach verschiedene Feuerbestattungsvereine, die sich für die Kremation einsetzten.

Am 10.12.1878 schließlich wurde in Gotha das erste Krematorium eröffnet. Kurz darauf folgten weitere Krematorien in Heidelberg und Hamburg.

Heute gibt es in ganz Deutschland ca. 160 Krematorien. Die Nachfrage steigt stetig und es gibt immer mehr privat geführte Krematorien.

Die Feuerbestattung aus Sicht der Religionen

Christentum

Das Christentum lehnte die Feuerbestattung jahrhundertelang ab. Die Verbrennung des Körpers widerspricht dem christlichen Glauben an die leibliche Auferstehung der Toten. Trotzdem hat sich mittlerweile eine tolerierende Haltung bei den Kirchen durchgesetzt. Anders sieht es bei orthodoxen Kirchen aus: Hier ist die Erdbestattung vorgeschrieben.

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Bahá’í

Auch hier ist keine Feuerbestattung erlaubt. Bahá´u´lláh verordnet im Kitáb-i-Aqdas “…dass die Toten in Särgen aus Kristall, aus hartem, widerstandsfähigem Stein oder aus feinem, haltbaremHolz beerdigt werden.”

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Buddhismus

Auch hier ist eine offene Verbrennung üblich, damit der Tote in die Luft entweichen kann.

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Islam und Judentum

Hier ist die Verbrennung des Körpers eindeutig verboten.

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Hinduismus

Hier findet die Verbrennung des Körpers unter freiem Himmel auf einem Scheiterhaufen statt.

Ablauf einer Kremierung (Einäscherung)

Vor jeder Kremation findet eine zweite Leichenschau durch einen Amtsarzt/eine Amtsärztin statt. Diese*r prüft nochmals die Todesursache, um letzte Zweifel auszuräumen. Denn nach der Einäscherung kann die verstorbene Person nicht mehr untersucht werden.

Die Einäscherung findet immer mit einem Sarg statt. Dieser dient als Brennmaterial, da Verstorbene selbst zu einem großen Teil aus Wasser bestehen.

Auf den Sarg wird ein Schamottstein gelegt. Darauf ist eine eindeutige Nummer eingeprägt, welche später auch auf der Urne angebracht wird.

Die Einäscherung findet bei ca. 900 °C statt. Durch die hohen Temperaturen im Ofen entzündet sich der Sarg von selbst. Dies sorgt dafür, dass die Verbrennung kontrolliert abläuft. Die Krematoriumsmitarbeiter*innen führen höchstens noch heiße Luft zu, um den Vorgang zu steuern. Nach ca. 45 Minuten wird die Temperatur auf ca. 1200 °C erhöht, um verbliebene Rückstände in Asche umzuwandeln.

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Nach der Kremierung enthält die Asche noch größere Knochenfragmente. Diese werden in einer Knochenmühle zu einem feinen Pulver vermahlen. Anschließend wird die Asche mit dem Schamottstein in die sogenannte Aschekapsel abgefüllt. Diese wird mit einem Deckel versiegelt. Auf dem Deckel stehen der Name der verstorbenen Person, das Geburts-, Todes- und Einäscherungsdatum sowie der Name des Krematoriums.

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Implantate werden in der Regel vor der Abfüllung magnetisch aussortiert. Es gibt aber auch Krematorien, die diese mit in die Aschekapsel geben. Genauso verhält es sich mit Goldimplantaten. Einige Krematorien entnehmen diese nach der Einäscherung und spenden den Erlös karikativen Zwecken. Bei anderen Krematorien verbleiben auch diese in der Aschekapsel.

Beisetzungsmöglichkeiten einer Urne

Die Urne mit der Asche der verstorbenen Person kann in Deutschland auf einem Friedhof beigesetzt werden. Es gibt zahlreiche Grabarten auf den verschiedenen Friedhöfen.

Alternativen zur Beisetzung auf dem Friedhof sind die Waldbestattung oder die Beisetzung der Urne auf See.

Es ist in Deutschland nicht gestattet, die Urne im Garten beizusetzen oder mit nach Hause zu nehmen. Einzige Ausnahme ist das Bundesland Bremen. Hier ist es seit 2015 erlaubt, die Asche auf einem Privatgrundstück zu verstreuen. Dies ist allerdings mit einigen Auflagen verbunden. Mehr dazu unter:

Die Feuerbestattung in Hamburg

In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Krematorien in Deutschland stark erhöht. Wir arbeiten mit dem Krematorium Hamburg und dem Krematorium Lüneburg zusammen. Weitere Informationen über diese beiden Krematorien erhalten Sie auf den Internetseiten:

Die Grabarten bei einer Feuerbestattung

Urnenwahlgrab

Das Urnenwahlgrab kann von den Angehörigen ausgesucht werden. Auch die Pflege obliegt den Angehörigen. Es gibt Wahlgräber unterschiedlicher Größe, so dass entweder eine Urne oder aber mehrere dort beigesetzt werden können.

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Urnenreihengrab

Das Urnenreihengrab kann nicht ausgesucht werden. Die Belegung der Reihengräber erfolgt der Reihe nach. Es kann jeweils eine Urne beigesetzt werden. Reihengräber können nach Ablauf der Mindestruhefrist nicht verlängert werden.

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Urnenrasengrab

Urnenrasengräber sind in der Regel Wahlgräber. Die Angehörigen können sich die Stelle aussuchen. Es können meist mehrere Urnen dort beigesetzt werden. Die Pflege übernimmt der Friedhof. Häufig kann eine Steinplatte ebenerdig in den Rasen gelegt werden.

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Urnenwand/Kolumbarium

Hierbei wird die Urne nicht unter der Erde, sondern oberirdisch in einer Nische beigesetzt, welche danach entweder mit einer Glas- oder mit einer Steinplatte verschlossen wird. Kolumbarien gibt es nicht auf allen Friedhöfen.

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Urnengemeinschaftsgrab

Urnengemeinschaftsgräber gibt es auf vielen Friedhöfen. Sie sind auf jedem Friedhof unterschiedlich angelegt. Meist ist eine Namensnennung an einer Stele oder an einem Stein möglich. Urnengemeinschaftsgräber können nicht verlängert werden.

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Anonymes Urnengrab

Hier wird die Urne anonym unter einer Wiese auf dem Friedhof beigesetzt. Bei der Beisetzung dürfen die Angehörigen nicht teilnehmen. Pro Grabstelle kann eine Urne beigesetzt werden. Auch hier gibt es keine Möglichkeit der Verlängerung der Grabstelle.

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Baumgrab auf dem Friedhof

Urnenbaumgräber sind eine Möglichkeit der naturnahen Urnenbeisetzung auf einem Friedhof. Die Pflege der Grabstelle übernimmt der Friedhof, es kann ein Stein gelegt werden oder eine Namensplakette angebracht werden. Meist können mehrere Urnen pro Grabstelle beigesetzt werden.

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Baumgrab im Wald

Der Ewigforst Sachsenwald ist ein Bestattungswald in Kröppelshagen-Fahrendorf. An jedem Baum können bis zu 12 Urnen kreisförmig beigesetzt werden. Sie haben die Möglichkeit, eine einzelne Grabstelle zu erwerben, oder einen ganzen Baum mit 12 Plätzen. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Ewigforst Sachsenwald.